von Danny Müller
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Der Roman spielt im 19. Jahrhundert im nordfranzösischen Kohlerevier bei Lille. Der arbeitslose Étienne Lantier findet Arbeit in einem Bergwerk. Er lebt bei armen Bergarbeitern und erfährt die extrem harten Arbeits- und Lebensbedingungen unter Tage: Hunger, Ausbeutung, gefährliche Arbeit und soziale Ungerechtigkeit.
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Als die Löhne durch die Bergwerksgesellschaft gekürzt werden, wächst unter den Bergleuten der Unmut. Étienne, beeinflusst von „sozialistischen Ideen“, organisiert einen Streik. Anfangs herrscht Hoffnung auf Solidarität und Veränderung, doch der Streik scheitert. Die Arbeiter leiden zunehmend unter Hunger. Gewalt bricht aus. Das Militär wird eingesetzt. Menschen sterben.
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Das Kapital wird fast wie eine Naturgewalt dargestellt – kalt, unpersönlich, zyklisch. Unterdrückung ist hier nicht primär sadistisch, sondern strukturell: Das Kapital ist ausgerichtet auf Gewinnmaximierung. Auf der betriebswirtschaftlichen Ebene spielt das Menschenleben keine Rolle. Eindrucksvoll dargestellt ist das Spannungsfeld zwischen menschlicher Existenz und formaler Systemlogik.
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Der Roman hat mich zum Nachdenken angeregt. Dabei sind mir Fragen gekommen. Die möchte ich zur Diskussion stellen. Das Kapital spielt eine ordnende im System. Es schafft dabei nicht nur Fortschritt und relativen Wohlstand. Es erzeugt auch Abhängigkeit und Entfremdung. Es folgt seiner Systemlogik im Streben etwa
nach Wachstum, Optimierung, Gewinnmaximierung.
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1. Frage: Wie weit ist die Würde des Mensch als Zweck gedacht, in wieweit dienen Kapital und System ihm zur Erfüllung seiner Sache, nämlich der Menschlichkeit, oder dient Mensch als Mittel zum Zwecke der Erhaltung des Systems und Mehrung des Kapitals mit systemlogischer Zielsetzungen unentwegten Wachstums?
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2. Frage: Gibt es ein Ziel, das der Mensch durch das System langfristig zu erreichen hofft? Freilich, privates Glück und zufriedenes Leben sind Motive, doch derlei Begriffe sind durch Marketing stark korrumpiert. Viele Etappenziele halten ihn unentwegt auf Trapp. In einer freien Minute einmal darüber nachgedacht: Was ist das übergeordnete Ziel, abseits von stetem Wachstum und Optimierung des Systems im Wettstreit mit konkurrierenden Systemen?
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Mensch! Wohin soll die Reise gehen?
Was meinst du?